Anerkennung statt Tadel

"Ich betrachte meine Fähigkeit, die Menschen zu begeistern, als meinen größten Vorteil. Durch Anerkennung und Aufmunterung kann man in einem Menschen die besten Kräfte mobilisieren. Nichts tötet hingegen seinen Ehrgeiz so gründlich wie Kritik von Vorgesetzten. Ich kritisiere nie jemanden. Ich glaube, dass man die Menschen zur Arbeit anspornen muss. Deshalb lobe ich ebenso gerne, wie ich ungern tadle. Bin ich mit der Leistung zufrieden, so anerkenne ich sie aufrichtig und gehe großzügig mit Lob um." - Charles Schwab

13.6.17 20:31, kommentieren

Wahrnehmungsstörungen

Letztes Weihnachten, beziehungsweise die Nacht davor, wollte ein Kollege meines Freundes bei uns Übernachten, da er angeblich seinen Schlüssel verloren hatte. Mein Freund war nicht zu Hause, er war nach Berlin gefahren. Sein Kollege wusste das, da ich ihn früher an diesem Abend bereits getroffen hatte und er sich danach erkundigt hatte. Nichtsahnend ließ ich ihn nach ewigem Hin und Her und seinem kurzen Gespräch mit meinem Freund in unsere Wohnung, in der bereits die Couch im Wohnzimmer vorbereitet war. Ich stellte ihm eine Flasche Wasser hin, da er zuvor in einer Bar gewesen war und ich annahm, dass er nachts Durst bekommen würde. Dann ging ich ins Schlafzimmer, zog mich um und legte mich ins Bett, um zu Schlafen. Dann kam die erste Nachricht auf mein Handy: "Hast du noch eine richtige Bettdecke?" Ich brachte ihm also die Bettdecke meines Freundes hinüber, schließlich konnte ich den Bezug am nächsten Tag wechseln. Ich legte mich wieder ins Bett und versuchte zu schlafen. Dann hörte ich den Kerl ins Badezimmer gehen und schließlich in die Küche, den einzigen Ort unserer Wohnung, in dem das Rauchverbot nicht galt. Zwei Sekunden später stand er in meinem Schlafzimmer. "Sind das Plätzchen auf dem Tisch in der Küche? Warum hast du mir noch nichts angeboten?" Ich entgegnete, dass ich schlafen wolle und er sich wenn es unbedingt nötig sei, einfach welche nehmen solle. "Hat Markus* noch irgendwo Zigaretten herumliegen?" Ich antwortete mit nein und dass ich einfach nur schlafen wolle. Irgendwann ging er endlich wieder aus dem Schlafzimmer heraus. Dann kamen Nachrichten auf mein Handy, in denen er mich total plump anbaggerte. Ich zeigte keinerlei Interesse an ihm, auf seine Frage, ob ich mich nicht mal nach jemand anderem sehnte, antwortete ich mit nein und dennoch verlief die Nacht so, wie sie nur in meinem schlimmsten Albtraum hätte verlaufen sollen. Irgendwann begann dieses ekelhafte Mastvieh mir einzureden, dass mein Freund mir fremdgegangen sei, um mich derart aus der Fassung zu bringen, dass ich jegliche Treue vergessen sollte. Wobei er am Anfang immer nur andeutete und ich oftmals einfach nicht mehr antwortete. Das erste Mal kam er nur herein und fasste mich an Schulter, Rücken, Taille und Po an, wobei er die Hände zum Teil an meinem Körper hinabgleiten ließ, während ich total starr geworden mit einem Kissen auf meinen Kopf gepresst auf dem Bauch im Bett lag. "Antworte mir doch mal, Süße" als er wieder raus war, schrieb ich ihm er solle mich in Ruhe lassen, ich wolle schlafen. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits halb 2 in der Nacht. Dann kam er etwas später wieder herein und ich hörte nur wie er sagte:"Wenn du ein bisschen nett zu mir bist, Erzähl ich dir alles!" Erschrocken drehte ich mich um und starrte ihn an. Er stand in Boxershorts vor mir, hatte die Bettdecke von meinem Freund um seine Schultern gewickelt. "WAS?!" Fragte ich ihn nur total entgeistert. Er kam ans Bett, öffnete seine Arme und stand so gut wie entblößt vor mir. Dann setzte er sich auf die Bettkante und fing an, mich zu berühren. Ich rutschte im Bett Richtung wand, kauerte mich zusammen. Ich wollte einfach nur aufwachen, schließlich musste das ein Traum sein. Er sah dies scheinbar als Aufforderung und legte sich richtig zu mir in Bett. Dann sagte er mir, dass es ihm Leid tue und Markus* ihm erzählt habe, dass er bereits mehrere Male fremdgegangen sei. Ich begann zu weinen. Ich hatte einen Kerl im Bett, vor dem ich mich ekelte, mein Freund, der einzige Halt, den ich hier noch hatte, hatte mich scheinbar betrogen und zu allem Übel lag mein Handy auf dem Nachttisch, an den ich nicht rankam, da zwischen ihm und mir dieses Mastvieh lag. Ich fragte, ob das wirklich sein müsse, ob er nicht einfach wieder ins Wohnzimmer gehen könnte, während ich mir einredete, dass alles gar nicht so schlimm sei, wie es mir vorkam. Dass alles nur ein riesengroßes Missverständnis sei. Er begann mich anzufassen. Ich fing an zu schreien. Ich schrie er solle aus dem Zimmer gehen und mich alleine lassen. "Ich will nicht, dass du jetzt alleine bist" und ich schrie zurück, das ich nicht wolle, dass er in meinem Bett lag. Ich schrie und schrie und schrie, während ich mich immer näher an die Wand drückte und zusammenkauerte. Ich hatte solche Angst, dass ich alles herum vergaß. Irgendwann ging er tatsächlich wieder rüber, dennoch schlief ich in dieser Nacht nur 3 Stunden. Ich hatte die ganze Zeit Angst, er würde wiederkommen. Als mein Freund am nächsten Morgen bemerkte, dass ich versucht hatte ihn zu erreichen, als er meine Nachrichten las, rief er ihn an, und sagte, wenn er nicht sofort die Wohnung verlasse, würde er ihn totschlagen. Eine Stunde später war er bei mir und versuchte mich zu trösten. Bevor sein Kollege jedoch gegangen war, war er nochmals in mein Zimmer gekommen und hatte mich gefragt, ob ich ihm das allen ernstes hatte erzählen müssen. Ich solle das richtig stellen, solle sagen, er wäre im Schlaf gewesen, er wolle seinen Kumpel nicht verlieren. Ich habe nie so etwas dreistes erlebt. Nicht alle Opfer schweigen, nur nicht alle nicht schweigenden Opfer überleben das auch. Ich kam verspätet an Heiligabend zu meinen Eltern. Erzählte, was geschehen war. Ganz trocken fragten sie nur, was mit dem Typen nicht zu stimmen schien. Ob er betrunken gewesen war, oder irgendwie auf den Kopf gefallen. Warum ich oh überhaupt in die Wohnung gelassen hatte. Keiner interessierte sich dafür, wie es mir ging. Nur der Kerl war Thema. Und wie ich so dumm hatte sein können ihn rein zulassen. Ich wollte jemandem helfen, den ich vorher sogar nett gefunden hatte. Dem ich im gewissen Maße vertraut hatte. Und der meinem Freund mal ein guter Kumpel zu sein geschienen hatte. Alles was letztendlich in den Augen meiner Eltern zur Sprache zu kommen hatte, waren meine Torheit und seine Promillezahl... Wahrnehmungsstörungen?

5.4.17 18:36, kommentieren

Mehr als nur zwei Seiten..

Ich liebe meinen Partner, Ich liebe ihn sogar sehr. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne ihn zu leben. Und dennoch, jedes Mal wenn ich hier, an diesem anderen Ort bin, den er noch nie gesehen oder betreten hat, werde ich von diesem anderen Mann nahezu angezogen. Dabei bin ich noch nie fremdgegangen. In meinen Träumen wenn ich schlafe, ja dort schon. Aber das zählt ja nun nicht richtig. Meine Träume gehören schließlich nur mir und beeinflussen kann ich sie nicht. Das ist das Unterbewusstsein, das Verlangen nach dem Fremden, nach dem Aufregenden und das Erlebnis eines "wahr werdenden" Hollywoodblockbusters. Und nun sitze ich hier, und denke an einen anderen. Im realen Leben, im wachen Zustand. Dabei hat dieser vielleicht gar kein Interesse an mir. Es ist so seltsam, was das Herz oder der weibliche Kopf oder welcher Körperteil auch dafür zuständig sein mag, mit uns anstellt, ohne dass wir es erklären können. Er ist nicht annähernd mein Typ, er ist ein Hipster, wie man solche Menschen heute nennt, und ja dabei handelt es sich wirklich nicht um die Schlüpferart. Aber irgendwie zieht mich sein Aussehen, seine Art an. Seine männliche Stimme, sein voller Bart, der seine Männlichkeit betont. Seine ruhige bedachte Art und das Geheimnisvolle​, was ihn dadurch umgibt. Wie oft dachte ich schon, wenn ich Single wäre... Was würde ich nicht alles mit ihm tun wollen. Wie oft habe ich mir schon vorgestellt, wie er zu mir kommt, an die Tür meines Zimmers klopft und mich leidenschaftlich küsst. Ich würde ihm natürlich eine Ohrfeige geben müssen, ich bin schließlich vergeben.. aber nur eine sanfte Ohrfeige, um ihn dann gleich wieder voller Leidenschaft und Begierde zu küssen und ihn in mein Zimmer zu ziehen. ...Nur Frage ich mich, wie passt das alles zusammen? Denn kaum bin ich wieder zuhause bei meinem Partner, erscheint mir das alles irrational. Da Frage ich mich jedes Mal, wie ich auf solcherlei Gedanken kommen kann und denke, dass es sich dabei nur um eine Schwärmerei handelt, die eigentlich schon wieder vorbei ist, bevor sie richtig begonnen hat. Und dennoch geht das bald seit einem ganzen Jahr so. Ist der Mensch ein komplett erforschtes Lebewesen, oder bergen sich in unserer Psyche noch mehr Geheimnisse, als wir uns vorstellen können? Geht es allen Menschen so, oder bin ich eine Ausnahme des Unerklärlichen? Warum schwärme ich für diesen Mann, obwohl ich niemals Fremdgehen könnte?Gibt es immer ein Richtig und ein Falsch, oder hat diese Medaille mehr als nur zwei Seiten? Das Leben ist nicht immer nur schwarzundweiss, es bergen sich alle Farben des Regenbogens darin..

21.3.17 21:11, kommentieren

Oberflächlichkeit kennzeichnet

Vor sechs Jahren lernte ich jemanden kennen, in den ich mich verliebte. Manch einer mag sagen, mit 15 sei das nicht sehr überraschend, in dem Alter verlieben man sich öfter m, aber für mich war es die dunkelste Zeit meines Lebens. Es war nicht so, dass er meine Liebe nicht erwiderte, er tat, als würde er genauso fühlen wie ich, und machte sich über meine Naivität lustig. Ich hatte zig Nervenzusammenbrüche, begann mich selbstzubestrafen und musste letztendlich therapiert werden. Aber eine Sache, die durchaus positiv war und immernoch ist, begann zu dieser Zeit und nur durch diese Ereignisse. Ich begann zu schreiben.

Und einen Teil meiner Arbeit, beziehungsweise meines kleinen Hobbys, der die Zeit damals irgendwie verdeutlicht, möchte ich jetzt hier präsentieren.


Ich ging durch die Hölle,
Auserwählt von dir.
Spaß hattest du reichlich,
Weh tat das nur mir.

Doch unter all den Schmerzen,
Lernte ich dazu.
Manch neue Dinge,
Die lassen mich nicht in Ruh'.

Ich lernte, dass es Menschen gibt,
Die nur nach Außen schauen.
Was hinter der Fassade ist,
Braucht man für sie nicht bauen.

Ich lernte, dass Verliebte
Auch mal ruhen sollen,
Denn wenn man keine Bremse hat,
Hört man nie auf zu rollen.

Ich lernte, dass Idioten
Die Welt bald übernehm'.
Dass Weisheit selten existiert,
Musste ich mir eingestehen.

Und nun kann ich nicht mehr glauben,
Dass Charakter Grenzen bricht,
Denn Oberflächlichkeit kennzeichnet
Ein jeden sein Gesicht.

30.9.16 23:39, kommentieren

Adam, Eva und der Apfel

Es ist nie falsch, das Richtige zu tun. Aber was ist richtig und was ist falsch? Adam und Eva wussten, damals im Paradies, dass sie den Apfel nicht essen dürfen und taten es trotzdem.Taten sie also absichtlich etwas falsches oder waren sie nur so naiv zu glauben, Gott werde Gnade walten lassen? Oder waren sie voller Hoffnung, dass er es nicht erfahren würde?Ähnlich ist es heutzutage mit dem Fremdgehen. Wir wissen es ist falsch, selbst wenn wir unseren Partner lieben, die Mehrzahl der Menschen geht fremd, in der Hoffnung nicht erwischt zu werden. Und denen die ihren Partner nicht lieben oder achten, ist es gleich ganz egal, wie dieser darüber denken mag. Dann gibt es noch die Menschen, die sagen, Monogamie wäre nicht menschlich. Doch das ist eine andere Geschichte. Warum verletzen wir Personen und setzen Beziehungen zu denen, die uns doch sooo wichtig sind aufs Spiel, nur für ein wenig Spaß? Ich habe einen Partner. Ich liebe ihn und ich weiß, dass er mich liebt. Doch meist ist er grob und bestimmend. Er kann aber auch anders sein. Manchmal. Wir wohnen zusammen. Wenn ich aus beruflichen Gründen 200 km entfernt bin vermisse ich ihn. Jedenfalls Tat ich das anfangs. Vor ein paar Monaten habe ich dann jemanden kennengelernt. Es ist nichts passiert, was jetzt vielleicht auf der Hand läge. Wir haben uns gut verstanden. Zu gut. Ich spüre eine starke Anziehung zu diesem Menschen. Er ist das Gegenteil zu meinem Partner, er ist das Gegenteil von dem, was sonst in mein Beuteschema gehören würde. Es ist einfach passiert, wobei ich bei es noch nicht mal weiß, was passiert ist. Ich muss dauernd an ihn denken, bin ich hier, träume ich bin ihm. Es ist als gäbe es zwei Welten für mich, denn bin ich zu Hause kann ich mir nicht vorstellen, jemand anderen als meinen Partner an meiner Seite zu haben, aber kaum bin ich wieder hier, ist alles anders. Ich weiß, es ist falsch, aber er ist irgendwie so etwas wie mein verbotener Apfel. Wir hatten einmal einen Moment zu zweit in dem ich dachte, wir würden uns gleich näher kommen. Im nächsten Moment wurde ich von einer Bekannten abgeholt. Erst verfluchte ich es, dann war ich erschrocken und einfach nur froh, dass ich nichts getan hatte. Ich hoffe, dieses intensive Verlangen geht irgendwann vorbei.So ist das mit Adam, Eva und dem Apfel. Wir wollen immer das, was wir nicht dürfen und haben können. Aber es ist nie richtig, das Falsche zu tun.

2 Kommentare 29.9.16 18:29, kommentieren


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